Wie ich hier gelandet bin
Mein Verstand war mein Geländer, bis etwas kam, das ich nicht wegdenken konnte.
Schon als Kind habe ich unbequeme Gefühle mit Nachdenken erklärt, und der Verstand wurde mein bestes Beruhigungsmittel. Ich konnte fast alles wegdenken und so kontrollieren, mich selbst eingeschlossen. Mein Leben lief nach einer einfachen Wenn-dann-Logik: Wenn ich nur klug genug nachdenke, lässt sich jedes Gefühl aushalten. Das ging erstaunlich lange gut.
Dann kam ein Verlust, und der blieb. Mit ihm kamen die Ängste. Mein Denken und meine Gefühle arbeiteten gegeneinander. Aber wo und wie anfangen? Ohne Hilfe hätte ich es nicht geschafft. In einer Therapie habe ich gelernt, dass auch der schlimmste Schmerz angesehen werden will, und so hörte ich auf wegzuschieben und fing an hinzusehen.
Nach 25 Jahren als Führungskraft, nach vielen Erfolgen und glücklichen Momenten, nach Krise und Zweifeln habe ich mich 2019 entschlossen, meine ausgetretenen Pfade zu verlassen und Menschen zu begleiten. Lebenserfahrung allein reicht dafür allerdings nicht, es braucht auch das Fach, und das habe ich mir über mehrere Jahre erarbeitet.
Was ich heute tue, ist letztendlich die Quintessenz aus allem, was ich weiß und erlebt habe, von den Jahren im Management bis zu meiner eigenen Geschichte. Missen kann und möchte ich nichts davon.




